{"id":1261,"date":"2023-04-02T08:19:00","date_gmt":"2023-04-02T06:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/transit.alice.ch\/de\/?post_type=dialogue&#038;p=1261"},"modified":"2023-07-05T09:41:12","modified_gmt":"2023-07-05T07:41:12","slug":"gewolltes-nichtwissen-als-kulturelle-faehigkeit-in-der-wissensgesellschaft","status":"publish","type":"dialogue","link":"https:\/\/thinktank-transit.ch\/de\/dialogue\/gewolltes-nichtwissen-als-kulturelle-faehigkeit-in-der-wissensgesellschaft\/","title":{"rendered":"Gewolltes Nichtwissen als kulturelle F\u00e4higkeit in der Wissensgesellschaft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"is-style-lead\">Herr Hertwig, hinter Ihnen h\u00e4ngt ein Bild an der Wand. Darauf ist ein Vogelstrauss zu sehen, der den Kopf in den Sand steckt. Die sogenannte Vogelstrauss-Politik ist grunds\u00e4tzlich negativ konnotiert. Aber ich nehme an, Sie sehen das anders.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vogelstrauss ist nicht der Einzige, der auf dem Bild den Kopf in den Sand steckt. Hinter ihm sind Menschen zu sehen, die das ebenfalls tun. Ich habe das Bild zuf\u00e4lligerweise entdeckt und fand es zutreffend und am\u00fcsant, weil es etwas mit dem Thema \u00abgewolltes Nichtwissen\u00bb &nbsp;zu tun hat. Und ja, Sie haben Recht, den Kopf in den Sand zu stecken, ist sehr negativ konnotiert. Aber man kann es eben auch anders interpretieren. Es kann auch heissen: Ich sch\u00fctze mich vor einer bestimmten Information. Das muss nicht falsch sein, auch nicht in einem ethischen Sinne.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Nun haben wir vielleicht nicht nur, was unseren Todeszeitpunkt betrifft, eine klare Pr\u00e4ferenz f\u00fcr das Nichtwissen, sondern auch in anderen Lebensbereichen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sie besch\u00e4ftigen sich wissenschaftlich mit gewolltem Nichtwissen. Wie kam es dazu?<\/p>\n\n\n\n<p>Es war bei der Lekt\u00fcre eines Romans, bei welchem, weiss ich leider nicht mehr. Auf jeden Fall bin ich dort \u00fcber die Frage gestolpert, ob ein Mensch wissen m\u00f6chte, an welchem Tag er stirbt. \u00abNat\u00fcrlich nicht!\u00bb, dachte ich spontan. Ich habe mich dann umgeh\u00f6rt. Die allermeisten Leute, die ich gefragt habe, hatten die gleiche spontane und v\u00f6llig eindeutige Reaktion wie ich. Nun haben wir vielleicht nicht nur, was unseren Todeszeitpunkt betrifft, eine klare Pr\u00e4ferenz f\u00fcr das Nichtwissen, sondern auch in anderen Lebensbereichen. Ich fand das ein sehr interessantes Thema.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Welche Lebensbereiche k\u00f6nnen das sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt zum Beispiel viele Menschen, die keine Nachrichten mehr schauen, weil diese sie niedergeschlagen und verzweifelt machen. Andere Menschen m\u00f6chten nicht so genau hinsehen, unter welchen Umst\u00e4nden unsere Konsumg\u00fcter hergestellt werden. Ein ganz anderer Kontext ist das sogenannte pr\u00e4dikative genetische Testen. Wir wissen heute sehr viel dar\u00fcber, welche Erkrankungen auch eine genetische Komponente haben. Aber wollen wir wissen, ob wir m\u00f6glicherweise ein gesundheitliches Handicap oder erh\u00f6htes Risiko in uns tragen oder m\u00f6chten wir das in gewissen F\u00e4llen wie zum Beispiel bei einer Demenzerkrankung lieber nicht?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Anhand der Stasi-Akten konnten wir ein historisch einzigartiges Feldexperiment durchf\u00fchren.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sie haben auch untersucht, wie Menschen mit Informationen aus Stasi-Akten umgehen. Was ergab diese Forschung?<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand der Stasi-Akten konnten wir ein historisch einzigartiges Feldexperiment durchf\u00fchren. Nachdem viele Millionen Akten zug\u00e4nglich wurden, konnte jeder einen Antrag auf Einsicht stellen. Im Kontext einer Transformationsgesellschaft wie der ehemaligen DDR ist es interessant zu sehen, wie mit Informationen \u00fcber den untergegangenen Repressionsapparat umgegangen wird: Will ich wissen, wer T\u00e4ter, wer Opfer war und wer m\u00f6glicherweise in meinem Leben ohne mein Wissen die F\u00e4den gezogen hat? Die Entscheidung, was man wissen will und was nicht, h\u00e4ngt auch damit zusammen, wie man eine gesellschaftliche Transformation erfolgreich schafft. Wie kann etwa vermieden werden, dass man in einen Kreislauf von Ressentiments oder gar Rache ger\u00e4t? Andererseits: Muss man sich nicht der Vergangenheit stellen, um ihre Fehler zu verhindern? Das betrifft nicht nur die ehemalige DDR, sondern weltweit auch viele andere Staaten, die aus autorit\u00e4ren Systemen hervorgegangen sind.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Mit bestimmtem Wissen k\u00f6nnen sehr starke negative Emotionen zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Im Zusammenhang mit Nachrichten oder der Produktion von Konsumg\u00fctern k\u00f6nnte man ja auch von Verdr\u00e4ngung sprechen. Aber welche Gr\u00fcnde haben Menschen, darauf zu verzichten, ihre Stasi-Akte einzusehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Motive, etwas nicht wissen zu wollen, sind sehr vielf\u00e4ltig. Ein ganz wichtiges Motiv \u2013 und das kann man in vielen anderen Lebensbereichen beobachten \u2013 nennen wir Emotionsregulation. Sie spielt auch bei den Stasi-Akten eine Rolle. Mit bestimmtem Wissen k\u00f6nnen sehr starke negative Emotionen zusammenh\u00e4ngen. In einer Akte k\u00f6nnen m\u00f6glicherweise nahe Verwandte oder enge Vertraute als informelle Mitarbeitende auftauchen. Die Frage ist nun: Wenn wir vermuten, dass wir in der Akte so eine Entdeckung machen k\u00f6nnten, wollen wir uns mit diesen Emotionen \u2013 zum Beispiel Zorn, Entt\u00e4uschung, Vertrauensverlust oder Trauer \u2013 auseinandersetzen oder wollen wir sie lieber regulieren, indem wir uns entscheiden, nicht hineinzuschauen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes Motiv ist der vermeintliche Wahrheitsanspruch, der den Akten zugeschrieben wird. Aus heutiger Perspektive kann man oft gar nicht mehr beurteilen, ob diese Akte tats\u00e4chlich wahre Informationen enth\u00e4lt oder was die wahren Hintergr\u00fcnde eines Verhaltens waren. Zum Beispiel ist es unklar, unter welchen Umst\u00e4nden die Stasi-Leute &nbsp;sie erstellt haben \u2013 oder ob die informellen Mitarbeitenden, die m\u00f6glicherweise meine Freunde waren und immer noch sind, von der Stasi gezwungen wurden, Informationen zu liefern. Da man all diese Umst\u00e4nde nicht kennt, kann man auch zu keinem fairen Urteil kommen. Deshalb ist man, so haben einige der Befragten in unseren Interviews argumentiert, besser dran, den Inhalt der Akte gar nicht erst zu kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Gut. Aber eigentlich gilt doch: Je mehr man weiss, desto besser kann man entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht unbedingt und in jedem Fall. Es gibt gewolltes Nichtwissen auch bei Institutionen. Ein wunderbares Beispiel ist der gestiegene Frauenanteil in den grossen Symphonieorchestern der Welt. Der ist unter anderem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Orchester f\u00fcr die Aufnahme neuer Musikerinnen und Musiker sogenannte \u00abblind auditions\u00bb eingef\u00fchrt haben. Das bedeutet, dass die Kandidatin oder der Kandidat verdeckt vorspielt. So kann sich die Jury vor ihren eigenen potenziellen Vorurteilen sch\u00fctzen. Informationen \u00fcber Aussehen oder Geschlecht der vorspielenden Person haben keinen Einfluss. Es geht bei dem Urteil dann nur um die musikalische Leistung der Person. Die Jury kommt zu einer faireren Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt also ganz unterschiedliche Motive, warum wir uns daf\u00fcr entscheiden, etwas nicht wissen zu wollen. Manchmal sind es auch Kombinationen von Motiven. Es ist denn auch nicht einfach zu beurteilen, ob dieses gewollte Nichtwissen jeweils gerechtfertigt, ethisch oder moralisch richtig ist oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wissen hat eine eigenst\u00e4ndige psychologische Qualit\u00e4t und Realit\u00e4t, die unter gewissen Umst\u00e4nden auch ihre psychischen Kosten hat.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Wir sch\u00fctzen uns also vor Vorurteilen, vor der Verletzung von Gef\u00fchlen \u2013 den eigenen, denen von anderen. Das bedeutet, dass Wissen ein unglaublich starkes emotionales und psychologisches Potenzial besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist richtig, obwohl aus einer \u00f6konomisch rationalen Perspektive das gewollte Nichtwissen erst einmal schwer zu verstehen ist. Im Konzept des homo oeconomicus entspricht Wissen im Grunde Geld. H\u00e4tte man zu viel davon, k\u00f6nnte man es ja einfach weggeben, spenden, es ausgeben oder zur Bank bringen. Mehr Wissen ist in diesem Verst\u00e4ndnis immer besser als weniger Wissen. Das setzt allerdings voraus, dass das Wissen, das ich gewonnen habe, aber wieder loswerden m\u00f6chte, dann auch keinen Einfluss mehr auf meine Gedanken und Emotionen hat. In der \u00d6konomie wird davon ausgegangen, dass Wissen immer nur einen instrumentellen Wert hat. Das ist offensichtlich eine falsche Vereinfachung. Habe ich zum Beispiel erst einmal erfahren, dass ich ein grosses Risiko besitze, an Alzheimer oder Brustkrebs zu erkranken, ist es schwierig, dieses Wissen sozusagen auf die hohe Kante zu legen und es f\u00fcrderhin zu ignorieren. Wissen hat eine eigenst\u00e4ndige psychologische Qualit\u00e4t und Realit\u00e4t, die unter gewissen Umst\u00e4nden auch ihre psychischen Kosten hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Gibt es gewolltes Nichtwissen auch in der Wissenschaft?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja. In der Genetik, Stichwort Klonen von Menschen, oder bei der Entwicklung der Atom- oder Wasserstoffbombe haben sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Frage gestellt, ob es ethisch gerechtfertigt ist, gewisses Wissen in die Welt zu setzen. Das ist aber nicht der einzige Kontext, in dem das bewusste Nichtwissen in der Wissenschaft zum Tragen kommt. Denken Sie zum Beispiel an institutionelle Normen und Vereinbarungen. Da taucht bewusstes Nichtwissen sehr h\u00e4ufig auf, so etwa beim Gutachtensystem. Werden Artikel oder F\u00f6rderantr\u00e4ge begutachtet, so sind diese oft anonymisiert. Weder weiss dann die Jury, wer den Antrag gestellt hat, noch wissen die Begutachteten, wer sie beurteilt. Das Ziel dabei ist immer, ein m\u00f6glichst faires Urteil zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ich k\u00f6nnte mir auch gut vorstellen, dass es im Bereich der Sexualit\u00e4t, wo es sicher auch bewusstes Nichtwissen gibt, bedeutsame kulturelle Unterschiede gibt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">In gewissen Gebieten nicht zu forschen, hat mit ethischen Fragen zu tun. Das bedeutet, dass auch der kulturelle Kontext eine Rolle spielt. In China bestehen vielleicht weniger Hemmungen, das Klonen voranzutreiben, als in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde die Frage sehr spannend. Ich habe dazu bisher noch keine Daten. Ich k\u00f6nnte mir aber sehr gut vorstellen, dass die Bereiche, in denen wir bewusst etwas nicht wissen wollen, sich auch kulturell unterscheiden. Das betrifft wohl auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod. Je nachdem, welche auch kulturell und historisch geformten Emotionen das Nachdenken \u00fcber den eigenen Tod ausl\u00f6st, f\u00fchrt dies m\u00f6glicherweise auch zu unterschiedlichen Pr\u00e4ferenzen bez\u00fcglich des Wunsches, den Todeszeitpunkt zu kennen. Ich k\u00f6nnte mir auch gut vorstellen, dass es im Bereich der Sexualit\u00e4t, wo es sicher auch bewusstes Nichtwissen gibt, bedeutsame kulturelle Unterschiede gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sprechen wir noch einmal \u00fcber die Wissenschaft. Ist bewusstes Nichtwissen nicht auch ein Instrument der Komplexit\u00e4tsreduktion?<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes wissenschaftliche Modell ist eine Reduktion der Komplexit\u00e4t der Realit\u00e4t. Und im Prozess der Modellierung eines Sachverhalts treffen wir Entscheidungen, Dinge nicht zu ber\u00fccksichtigen. Wenn wir dies nicht t\u00e4ten, w\u00fcrden die Modelle unter Umst\u00e4nden nicht mehr handhabbar sein. Hochkomplexe Modelle haben den Nachteil, dass man mit ihnen m\u00f6glicherweise alles erkl\u00e4ren kann. Wenn man aber alles erkl\u00e4ren kann, kann man im Grunde nichts erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Hat bewusstes Nichtwissen auch einen Platz in der Bildung?<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine Frage, mit der wir uns \u2013 eine Philosophin, zwei Kognitionswissenschaftler und ein Erziehungswissenschaftler \u2013 gerade auseinandergesetzt haben. Wir haben dabei mit dem Begriffspaar \u00abkritisches Denken\u00bb und \u00abkritisches Ignorieren\u00bb gearbeitet. Kritisches Denken ist ja sozusagen die K\u00f6nigsdisziplin in der Schule. Wir wollen Staatsb\u00fcrgerinnen und Staatsb\u00fcrger zum kritischen Denken erziehen und bef\u00e4higen. Und das ist v\u00f6llig richtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber auch eine moderne Welt, die wir selber konstruiert haben, zu der kritisches Denken manchmal auch in die Falle f\u00fchrt. Die digitale Welt konfrontiert uns mit einem \u00dcberfluss an Informationen und auch Falschinformationen. Dieser Welt liegt ein einziges Gesch\u00e4ftsmodell zugrunde, n\u00e4mlich unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und diese Aufmerksamkeit dann als Ware zu verkaufen. W\u00fcrden wir jeder Spur folgen und versuchen, jede aufmerksamkeitsheischende Information, die uns pr\u00e4sentiert wird, kritisch zu durchdenken, w\u00fcrden wir genau in die Falle dieses Aufmerksamkeitsmarktes laufen. Deshalb m\u00fcssen wir in dieser Umwelt auch eine andere Strategie erlernen und anwenden, so etwas wie kritisches Ignorieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Was genau meinen Sie damit?<\/p>\n\n\n\n<p>In unserer Arbeit &nbsp;haben wir uns auf drei Strategien konzentriert. Die erste w\u00fcrden wir als \u00abself nudging\u00bb bezeichnen. Damit meinen wir, dass in der digitalen Welt der Mensch selbst zum Architekten seiner Umgebung werden muss. Das bedeutet zum Beispiel, dass ich mir genau \u00fcberlegen muss, welche Medienapps ich auf meinem Home-Bildschirm platziere oder wie ich die Benachrichtigungsfunktion meiner sozialen Medien oder meines E-Mail-Programms gestalte. Ich kann also die Informationsflut und die Fremdsteuerung durch die Programme selbst regulieren, indem ich die Entscheidungsarchitektur, wie ich es nenne, aktiv gestalte und zwar so, dass ich die gr\u00f6sstm\u00f6gliche Kontrolle dar\u00fcber habe, welche Informationen ich aufnehme und welche ich ignoriere.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Strategie umschreibt das, was in der Erziehungswissenschaft \u00ablaterales Lesen\u00bb genannt wird. Wir werden st\u00e4ndig mit Webseiten konfrontiert, von denen wir nicht wissen, wie vertrauensw\u00fcrdig sie sind. Anstatt gleich in den Inhalt einer Seite einzusteigen, wie seri\u00f6s sie auch immer aussieht, suche ich beim lateralen Lesen zun\u00e4chst Informationen \u00fcber die tats\u00e4chliche Herkunft dieser Webseite. Denn auch Webseiten mit Falschinformationen sind h\u00e4ufig sehr seri\u00f6s gemacht. Laterales Lesen ist hier eine bessere Strategie als kritisches Denken, um zu entscheiden, ob man einer Seite seine Aufmerksamkeit schenken will oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine dritte Strategie nennen wir \u00abignoring the troll\u00bb. Trolle verbreiten nicht nur Desinformation, sie k\u00f6nnen auch emotional schmerzliche und sehr stressige Erfahrungen ausl\u00f6sen. Da ist es h\u00e4ufig die bessere Strategie, solche Nachrichten zu ignorieren und die Seiten zu blockieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt bestimmt noch mehr Strategien. Aber das war unser erster Versuch, kritisches Ignorieren in Gestalt klarer mentaler Strategien zu beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Insofern finde ich das Nachdenken \u00fcber bewusstes Nichtwissen ein interessantes didaktisches Instrument, um uns intellektuell anzuregen, manchmal zu provozieren und zum Nachdenken zu bringen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Kann bewusstes Nichtwissen unter Umst\u00e4nden auch eine Art didaktisches Instrument sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine interessante Frage. Ich finde gewolltes Nichtwissen deshalb so faszinierend, weil wir dadurch ein neues Verst\u00e4ndnis erhalten, was Wissen eigentlich ist, welche Bedeutung, welche psychologische und emotionale Realit\u00e4t und Macht es entfalten kann. Wir bekommen auch ein besseres Bewusstsein daf\u00fcr, welche Rolle Wissen in unserer Gesellschaft und in unserer Geschichte spielt. Ist unsere Geschichte tats\u00e4chlich eine Geschichte der st\u00e4ndigen Vermehrung von Wissen oder gibt es auch Momente, an denen wir entschieden haben, gewisse Dinge lieber nicht wissen zu wollen? Insofern finde ich das Nachdenken \u00fcber bewusstes Nichtwissen ein interessantes didaktisches Instrument, um uns intellektuell anzuregen, manchmal zu provozieren und zum Nachdenken zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">In der Regel sind wir aber dazu angehalten, st\u00e4ndig neues Wissen anzuh\u00e4ufen bzw. immer Neues zu lernen. Das hat aber auch Grenzen. Gibt es eine Wechselwirkung zwischen bewusstem Nichtwissen und Vergessen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt eine ph\u00e4nomenologische \u00c4hnlichkeit. Mit dem funktionalen Vergessen entfernen wir Dinge aus unserer psychologischen Gegenwart, mit denen wir m\u00f6glicherweise nichts mehr anfangen k\u00f6nnen, weil auch Wissen seinen Wert verlieren kann. Oder wir l\u00f6schen Erinnerungen, die uns emotional belasten. Posttraumatische St\u00f6rungen entstehen nicht selten dadurch, dass wir Dinge nicht vergessen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte sagen, Vergessen f\u00fchrt dazu, dass unn\u00f6tiges oder nicht mehr aktuelles Wissen das kognitive System verl\u00e4sst, zumindest aber nicht mehr mit aktuellem und hilfreichem Wissen in Konkurrenz steht. Bewusstes Nichtwissen f\u00fchrt dazu, dass bestimmtes Wissen gar nicht erst ins System gelangt. Man k\u00f6nnte also von zwei Seiten einer Medaille sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">In einer Welt auch der politischen Manipulation d\u00fcrften die von Ihnen beschriebenen Strategien auch eine Rolle in der politischen Weiterbildung haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Unbedingt. Vor 20 oder 30 Jahren haben sich die meisten von uns auf die Qualit\u00e4t von bestimmten Schiedsrichtern oder Gate-Keepern verlassen, traditionelle Medien zum Beispiel. Heute produzieren nicht mehr allein diese Medien Informationen, sondern potentiell alle, die soziale Medien nutzen. Hinzu kommen alle m\u00f6glichen Agenten, ob k\u00fcnstliche oder menschliche, die m\u00f6glicherweise Informationen verbreiten, um uns und unsere Meinungen zu manipulieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet, dass wir als Konsumenten und Konsumentinnen von Informationen mit neuen Kompetenzen ausgestattet sein m\u00fcssen, um einerseits mit der reinen Flut von Nachrichten umgehen zu k\u00f6nnen, und andererseits mit dem, was die Weltgesundheitsorganisation im Kontext der Corona-Pandemie als \u00abInfodemic\u00bb bezeichnet hat, die Flut von Fehl- und Desinformationen zu strategischen Zwecken. Wir m\u00fcssen also die Qualit\u00e4tskontrolle selber \u00fcbernehmen, k\u00f6nnen das aber nur begrenzt tun. Deswegen m\u00fcssen wir auch lernen, die Architektur unserer eigenen medialen und digitalen Welt zu gestalten. Erlauben wir zum Beispiel dem Browser, endlos Informationen \u00fcber uns zu sammeln und uns mit Werbung zu bombardieren oder aktivieren wir Ad Blocker und \u00abprivates Surfen\u00bb?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Ihre eigene mediale Welt legen sich aber auch Leute zurecht, die an Verschw\u00f6rungstheorien glauben. Diese bezeichnen traditionelle Medien als L\u00fcgenpresse und vertrauen nur den Seiten, die ihre eigene Meinung wiedergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da haben Sie recht. Ich w\u00fcrde auch nicht argumentieren, dass kritisches Ignorieren eine Strategie sei, die jemanden aus seiner verschw\u00f6rungstheoretischen Ecke bringt. Kritisches Ignorieren oder gewolltes Nichtwissen kann eine gute Strategie f\u00fcr alle sein, die nicht zwischen die Mahlsteine der verschiedenen Plattformen und strategischen Interessen geraten m\u00f6chten. Aber es ist keine L\u00f6sung im Falle von Menschen, die sich aus dem faktenbasierten Diskurs ausgeklinkt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Kritisches Ignorieren m\u00fcsste also angewendet werden, bevor jemand in Verschw\u00f6rungstheorien abgleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>So w\u00fcrde ich es sehen. Und deshalb sollte kritisches Ignorieren in meinen Augen als wichtige kulturelle F\u00e4higkeit auch in der schulischen Bildung und Erwachsenenbildung eine gr\u00f6ssere Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr Bildungsforschung, h\u00e4lt jedoch auch gewolltes Nichtwissen f\u00fcr sinnvoll und zuweilen gar f\u00fcr notwendig. <\/p>\n","protected":false},"author":26,"featured_media":119,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"dialogue-category":[],"dialogue-tag":[63],"class_list":["post-1261","dialogue","type-dialogue","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","dialogue-tag-ralph-hertwig-de"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Gewolltes Nichtwissen als kulturelle F\u00e4higkeit in der Wissensgesellschaft - TRANSIT<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/thinktank-transit.ch\/de\/dialogue\/gewolltes-nichtwissen-als-kulturelle-faehigkeit-in-der-wissensgesellschaft\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Gewolltes Nichtwissen als kulturelle F\u00e4higkeit in der Wissensgesellschaft - 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