{"id":2987,"date":"2024-07-01T09:45:23","date_gmt":"2024-07-01T07:45:23","guid":{"rendered":"https:\/\/thinktank-transit.ch\/?post_type=dialogue&#038;p=2987"},"modified":"2024-08-05T08:35:45","modified_gmt":"2024-08-05T06:35:45","slug":"die-rolle-der-wissenschaft-in-krisenzeiten","status":"publish","type":"dialogue","link":"https:\/\/thinktank-transit.ch\/de\/dialogue\/die-rolle-der-wissenschaft-in-krisenzeiten\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Rolle der Wissenschaft in Krisenzeiten, Bullshitting und das ideale Feuilleton"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group has-cyan-bluish-gray-background-color has-background is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber Uwe Justus Wenzel<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Philosoph Uwe Justus Wenzel war von 1995 bis 2017 Feuilleton-Redakteur der \u201eNeuen Z\u00fcrcher Zeitung\u201c. Er war zudem als Lehrbeauftragter an der ETH Z\u00fcrich im Bereich Philosophie und Geschichte des Wissens t\u00e4tig. Wenzel war von 2010 bis 2018 Mitglied des Vorstands der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW).&nbsp;2018 bis 2023 arbeitete an der ETH Z\u00fcrich als Senior Scientist in einem Forschungsprojekt zum Thema \u201eScience and Philosophy between Academia and the Public Sphere\u201c. Uwe Justus Wenzel lebt in Basel und im Wallis. Zuletzt von ihm erschienen sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Von Adorno bis Wittgenstein. Philosophische Profile.&nbsp;Schwabe, Basel 2018<\/li>\n\n\n\n<li>Das Wagnis der Torheit. Christliche Antworten \u2013 philosophische Fragen.&nbsp;TVZ \/ Theologischer Verlag Z\u00fcrich, Z\u00fcrich 2018 (franz\u00f6sisch: L\u2019audace de la folie. R\u00e9ponses chr\u00e9tiennes, questions philosophiques.&nbsp;Labor et fides, Gen\u00e8ve 2019)<\/li>\n\n\n\n<li>Zeit \u2013 in Gedanken erfasst. Philosophische Glossen.&nbsp;Schwabe, Basel 2020<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-style-reduced-width is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"is-style-lead\"><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sie haben sich im Rahmen eines ETH-Projekts mit dem Verh\u00e4ltnis von Wissenschaft und \u00d6ffentlichkeit befasst. Worum ging es da genau?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt hatte viele thematische Facetten. Eine, die f\u00fcr unser Gespr\u00e4ch relevant sein k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich knapp so umreissen: Wissenschaftliches Wissen ist nicht selten, sondern typischerweise vorl\u00e4ufiges Wissen, es steht unter dem Vorbehalt seiner Korrektur. Darum kann es das Bed\u00fcrfnis nach Gewissheit und Eindeutigkeit nicht immer befriedigen, das sich in der \u00d6ffentlichkeit, aber auch bei staatlichen Entscheidungstr\u00e4gern meldet, sobald politische Kontroversen mit Wissensfragen verkn\u00fcpft sind. Das hat die Corona-Pandemie gezeigt, aber nicht nur sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Gerade in Krisenzeiten erleben wir, dass Wissenschafter \u00f6ffentlich als Erkl\u00e4rer auftreten. Welche Rolle wird ihnen in solchen Momenten zuteil?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht nur eine einzige Rolle, in der sie \u00f6ffentlich auftreten, w\u00fcrde ich sagen. Es sind \u00ad\u2013 mindestens \u2013 zwei Rollen: zum einen die des Experten, der zu Rate gezogen wird und beispielsweise erkl\u00e4rt, welches der Stand der Erkenntnis bei der wissenschaftlichen Erforschung eines Virus ist, und zum anderen die Rolle des intellektuellen Zeitgenossen, der sich \u2013 wie \u201eNicht-Experten\u201c es auch tun \u2013 zu Fragen von \u201e\u00f6ffentlichem Interesse\u201c zu Wort meldet und beispielsweise bestimmte politische Massnahmen zur Pandemiebek\u00e4mpfung kommentiert. Es kann unter Umst\u00e4nden zu einer Art Rollendiffusion kommen, die ich nicht unproblematisch finde.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWer als wissenschaftliche Expertin, und sei es implizit, politische Ratschl\u00e4ge gibt, kann instrumentalisiert werden, sei es als Prophetin, sei es als S\u00fcndenbock.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Inwiefern ist das problematisch?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problematische r\u00fcckt in den Blick, sobald wir nach dem Verh\u00e4ltnis von Wissenschaft und Politik \u2013 Stichwort \u201ePolitikberatung\u201c \u2013 fragen. Schlicht und grunds\u00e4tzlich formuliert: Soweit politische Fragen mit Problemen des Wissens zu tun haben, spricht nichts dagegen, sondern alles daf\u00fcr, bei deren Beantwortung auch auf wissenschaftliches Wissen zur\u00fcckzugreifen. Aber es kommt auf das \u201eSoweit\u201c an \u2013 und darauf, was \u201ezur\u00fcckgreifen\u201c bedeutet. Antworten auf die Frage, was wir wissen und was wir wissen <em>k\u00f6nnen<\/em>, sind als solche keine Antworten auf die Frage, um deren Beantwortung im Raum des Politischen immer auch gestritten wird, die Frage n\u00e4mlich: Wie wollen wir leben und zusammenleben? Wissenschaftliche Erkenntnisse, zumal wenn es sich um lediglich vorl\u00e4ufige Erkenntnisse handelt, lassen sich nicht \u201eeins zu eins\u201c \u2013 reibungslos und logisch zwingend \u2013 in politische Entscheidungen \u00fcbersetzen. Da politische Repr\u00e4sentantinnen und Repr\u00e4sentanten eines Gemeinwesens also selbst in Situationen, in denen ohne wissenschaftliche Expertise gar nicht vern\u00fcnftig entschieden werden kann, <em>nolens volens<\/em> einen Handlungsspielraum haben, sollten sie ihn verantwortungsvoll nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das heisst auch: Sie sollten die politische Verantwortung f\u00fcr die Entscheidungen nicht auf die Wissenschaft abw\u00e4lzen wollen. Umgekehrt sollten Wissenschafterinnen und Wissenschafter, wenn sie um \u201eBeratung\u201c gebeten werden und auch noch \u00f6ffentlich in Erscheinung treten, darauf gefasst sein, dass sie in die Grauzone einer Rollendialektik geraten k\u00f6nnen: Wer als wissenschaftliche Expertin, und sei es implizit, politische Ratschl\u00e4ge gibt, kann instrumentalisiert werden, sei es als Prophetin, sei es als S\u00fcndenbock.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Aber ist es denn nicht die Aufgabe von Wissenschaftern, die als Experten zu Rate gezogen werden, politische Handlungsm\u00f6glichkeiten aufzuzeigen?<\/p>\n\n\n\n<p>Doch, wissenschaftliche Experteninnen und Experten sollten auch Handlungsm\u00f6glichkeiten aufzeigen \u2013 zumindest in solchen F\u00e4llen, in denen Wissenschaft und Politik sozusagen von der Sache her verflochten sind, wie auch in der Klimadebatte. Idealerweise zeigen sie aber <em>verschiedene<\/em> Handlungsm\u00f6glichkeiten auf, in Form von hypothetischen Szenarien: Was geschieht mit welcher Wahrscheinlichkeit, wenn wir dies tun oder jenes tun, was geschieht, wenn wir dies oder jenes nicht tun?<\/p>\n\n\n\n<p>Und nat\u00fcrlich ist es vern\u00fcnftig, in entsprechenden F\u00e4llen politische Entscheidungen auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen. Aber solche Entscheidungen m\u00fcssen im politischen Diskurs <em>legitimiert<\/em> werden und die etablierten politischen Entscheidungsverfahren durchlaufen \u2013 im politischen Gremienstreit und in der politischen \u00d6ffentlichkeit. Soll auch heissen: Politische Entscheidungen k\u00f6nnen ihre demokratische Legitimit\u00e4t nicht durch Rekurs auf die Wissenschaft erhalten, nicht \u2013 oder jedenfalls: nicht nur und gewiss nicht \u201ein letzter Instanz\u201c \u2013 durch den Hinweis darauf, dass die Wissenschaft dies oder das festgestellt habe. Versuchen Politiker dergleichen dennoch, tragen sie zu Erosion der demokratischen Institutionen unserer Gesellschaft bei. Und Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die ihnen dazu Hand bieten, ebenso.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Nun stand die Wissenschaft ebenso wie die Politik w\u00e4hrend der Pandemie ja gewissermassen unter Erwartungsdruck.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erwartungsdruck stieg, weil die Orientierungsbed\u00fcrfnisse der Menschen wuchsen. Ebendas macht Krisensituationen unter anderem aus. Aber Orientierungsbed\u00fcrfnisse k\u00f6nnen sich sehr verschieden artikulieren, w\u00fcrde ich sagen. Sie k\u00f6nnen sich in dem Verlangen nach Gewissheit manifestieren, aber auch in der Bereitschaft, alles anzuzweifeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Annahmen in Zweifel zu ziehen, ist eigentlich sehr wissenschaftlich. Aber das meinen Sie nicht. Oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Methodischer Zweifel ist in der Wissenschaft als Verfahren institutionalisiert. Aber das hat in der \u00d6ffentlichkeit kein direktes Pendant. In der Regel ist in dieser Sph\u00e4re das Zweifeln nicht methodisch diszipliniert, sondern kn\u00fcpft an allen m\u00f6glichen politischen oder weltanschaulichen Ein- und Vorstellungen an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Kann man sagen, dass die Wissenschaft mit zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen hat?<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Corona-Krise wurde fortlaufend neues, vorl\u00e4ufiges wissenschaftliches Wissen generiert \u2013 und das in einem vorher kaum gekannten Ausmass. Mitunter wurden auch vermeintliche Erkenntnisse publiziert, ohne die \u00fcblichen wissenschaftlichen Peer-Review-Verfahren durchlaufen zu haben. Es wurden Studienergebnisse in einer Vorl\u00e4ufigkeit pr\u00e4sentiert, wie es das vorher nicht gegeben hatte \u2013 und sie wurden, durch Ergebnisse andere Studien, wieder infrage gestellt. Die Interpretationsspielr\u00e4ume waren, auch f\u00fcr \u201ewissenschaftliche Laien\u201c ersichtlich, gross. Kein Wunder mithin, dass die Akzeptanz wissenschaftlicher Aussagen bzw. der auf solche Aussagen sich st\u00fctzenden Massnahmen bei einem Teil der Bev\u00f6lkerung gering war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Dieses sichtbare Auftreten der Wissenschaftler in einem politischen Prozess hat also dazu beigetragen, dass sich Fronten verh\u00e4rtet haben?<\/p>\n\n\n\n<p>In gewisser Weise ja. Es gibt inzwischen soziologische Untersuchungen, die das beschreiben. Eine davon stammt von Alexander Bogner. In seinem Buch \u201eDie Epistemisierung des Politischen. Wie die Macht des Wissens die Demokratie gef\u00e4hrdet\u201c spricht er von einem \u201eAufstand gegen das rationalistische Weltbild\u201c der Wissenschaften. Dieser Aufstand wurde w\u00e4hrend der Corona-Krise geprobt, ist aber auch in puncto Klimaforschung im Gang. Der Zeitdiagnostiker sieht eine \u201egegenaufkl\u00e4rerische Graswurzelbewegung\u201c am Werke, die nicht nur vom Bed\u00fcrfnis nach Orientierung oder nach einfacher Erkl\u00e4rung lebt, sondern von einem Freiheitsimpuls, der sich in einer Art verwilderter Selbstbehauptung \u00e4ussert: &nbsp;Selbstbehauptung gegen die Kolonisierung der Lebenswelt durch \u201ebesserwisserische Wissenschaft\u201c. Und gleichzeitig gegen eine Politik, die mitunter auf wissenschaftliche Erkenntnisse verweist, um die vermeintliche Alternativlosigkeit dessen zu unterstreichen, was sie als politische Massnahmen in der Krisensituation verordnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht k\u00f6nnte man auch von revoltierendem Trotz sprechen. Ich kann mir ohne eine solche Komponente kaum erkl\u00e4ren, wie \u201eSkeptiker\u201c etwa im Fall der Klimakrise, in einem Fall erdr\u00fcckender Beweislage, einfach die Augen verschliessen k\u00f6nnen und \u201ealternative Fakten\u201c pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Und zwischen den beiden Seiten findet kein Dialog mehr statt. Der Diskurs ist ausgesetzt, der eine der Grundlagen der Aufkl\u00e4rung und eine Voraussetzung liberaler Gesellschaftsformen bildet. Wie dramatisch ist die Situation also?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Situation mag dramatisch sein, aber sie ist hoffentlich nicht tragisch im Sinne einer Trag\u00f6die, an deren Ende ein notwendiges und t\u00f6dliches Scheitern steht. Der moderne demokratisch-liberale Rechtsstaat f\u00fchrt, wenn man ihn als B\u00fchne betrachtet, alles M\u00f6gliche auf: Dramen, Trag\u00f6dien, Kom\u00f6dien, Farcen, Possen, manchmal sogar Opern, auch komische. Was ich damit sagen will: Der demokratisch-liberale Rechtsstaat hat die Aufgabe, die Meinungsbildung seiner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu gew\u00e4hrleisten und einen \u201eStreit der Meinungen\u201c zu erm\u00f6glichen. Das ist nicht ganz dasselbe wie eine Diskussion in einem Universit\u00e4tsseminar zu organisieren, bei der nur vern\u00fcnftige \u2013 nachvollziehbare \u2013 Argumente z\u00e4hlen. Nur im Idealfall findet der Meinungsstreit in Form von Dialogen oder Diskursen statt, die ergebnisoffen sind und zugleich von der allseitigen Bereitschaft getragen werden, Kompromisse \u00fcber weltanschauliche Lager hinweg zu schliessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kommt in einem teils direktdemokratischen politischen System wie demjenigen der Schweiz immerhin \u00f6fter vor als anderswo. Aber auch hier gilt: Eine liberale, rechtsstaatliche Demokratie kann und soll keine \u201eWahrheiten\u201c verordnen oder vorschreiben; nicht nur keine weltanschaulichen Wahrheiten, auch wissenschaftliche Wahrheiten nicht. Jeder und jede kann glauben und \u00f6ffentlich behaupten, was er oder sie glauben und behaupten will. Die Grenzen setzt, was das Behaupten \u2013 die \u00f6ffentliche Meinungs\u00e4usserung \u2013 angeht, allenfalls das Strafrecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Oft werden Behauptungen nicht begr\u00fcndet, sondern einfach wiederholt. Und es sind nicht nur Verschw\u00f6rungstheoretiker, die sich so verhalten, sondern zum Beispiel auch ein amerikanischer Pr\u00e4sidentschaftskandidat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das ist so (wobei Pr\u00e4sidentschaftskandidat zu sein und Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen zu verbreiten, ja durchaus auf eine und dieselbe Person zutreffen kann). Es hat eine fatale Note deswegen, weil es eben nicht nur in autorit\u00e4ren, diktatorischen oder halbdemokratischen Gesellschaften passiert, sondern gerade auch in demokratischen Gesellschaften, deren Rechtssystem auf dem Prinzip der freien Selbstbestimmung des Individuums und derjenigen des (per Mehrheit entscheidenden) Kollektivs beruht. Man kann jemanden entlarven, der Stuss erz\u00e4hlt. Aber man kann ihn nicht daran hindern \u2013 jedenfalls nicht, wenn man nicht in die Grundrechte eingreifen will.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eWer gewohnheitsgem\u00e4ss Humbug produziert, dessen Wahrnehmung der Realit\u00e4t verzerrt sich gewissermassen systematisch.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Auch dann nicht, wenn die Aussagen offensichtlich falsch sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Unwahrheit zu sagen, ist nicht verboten (es sei denn man sagt vor Gericht unter Eid aus). Niemand, der glaubt, die Erde sei eine Scheibe, muss daf\u00fcr ins Gef\u00e4ngnis. Es fragt sich aber, ob es sich bei dem, was wir hier in den Blick nehmen, um Unwahrheiten handelt und um L\u00fcgen. Der amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt hat im Zusammenhang mit solchen Ph\u00e4nomenen bereits 1986 von \u201eBullshit\u201c gesprochen: also Bl\u00f6dsinn, Schwachsinn, Humbug, je nachdem, wie man \u00fcbersetzen m\u00f6chte. Um das Ph\u00e4nomen Bullshit zu verstehen, muss sein Verh\u00e4ltnis zur L\u00fcge ins Auge gefasst werden. Wer l\u00fcgt, muss die Wahrheit kennen \u2013 oder zumindest glauben, sie zu kennen. Wer Bullshit redet, muss es nicht. Dem \u00abBullshitter\u00bb, und das erachtet Frankfurt f\u00fcr wesentlich, ist die Wahrheit gleichg\u00fcltig; er nimmt es mit ihr und den Fakten nicht genau. Ihn interessiert vornehmlich, mit seinen Behauptungen durchzukommen. Er mogelt sich mit Halb- oder Unwahrheiten durch; wenn es gerade zupasskommt, auch mit Wahrheiten. Er plappert, sondert heisse Luft ab und biegt sich alles so hin, wie er es braucht.&nbsp; Wer gewohnheitsgem\u00e4ss Humbug produziert, dessen Wahrnehmung der Realit\u00e4t verzerrt sich gewissermassen systematisch. Eine Pointe dieser \u00dcberlegungen Frankfurts: Bullshit ist \u00abein gr\u00f6sserer Feind der Wahrheit als die L\u00fcge\u00bb. Weil der L\u00fcgner eine wache Beziehung zur Wahrheit unterhalten muss, um seine L\u00fcge zu verbergen, beh\u00e4lt die Wahrheit \u2013 behalten die Tatsachen \u2013 ihren Wert. Der L\u00fcgner und der der Wahrheit verpflichtete Mensch, schreibt Frankfurt, \u00abbeteiligen sich gleichsam am selben Spiel, wenn auch auf verschiedenen Seiten\u00bb. Nicht so der Bullshitter. Weder akzeptiert er die \u00abAutorit\u00e4t der Wahrheit\u00bb, noch weist er sie ausdr\u00fccklich zur\u00fcck \u2013 er ignoriert sie schlicht. So untergrabe sein haltloses Gefasel unsere Kultur, die auf die Unterscheidung von Wahr und Falsch angewiesen sei \u2013 und, so w\u00fcrde ich anf\u00fcgen, auf den Begriff der Tatsache, der es sachlogisch ausschliesst, dass es \u00abalternative Fakten\u00bb gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Nicht zuletzt die digitalen und sozialen Medien machen es einfach, Bullshit zu verbreiten. Was, wenn der Bullshitter da unwidersprochen bleibt?<\/p>\n\n\n\n<p>Erst vor zwei Jahren hat J\u00fcrgen Habermas ein kleines Update seines \u201eStrukturwandels der \u00d6ffentlichkeit\u201c publiziert. Darin spricht er mit Blick auf die sozioelektronische Sph\u00e4re von zersplitterten Teil\u00f6ffentlichkeiten: Es findet eine affektive Polarisierung statt, die den Dialog und den sachbezogenen Meinungsaustausch verhindert. Meinungen werden gebildet, Urteile gef\u00e4llt aufgrund von Gruppenzugeh\u00f6rigkeit, nicht aufgrund von sachlichen \u00dcberlegungen und einleuchtenden Argumenten. Die Rede von \u201eEchokammern\u201c und \u201eBlasen\u201c ist uns allen gel\u00e4ufig. Aber die Schweiz hat es auch diesbez\u00fcglich besser als manche andere L\u00e4nder. Die affektive Polarisierung, die weltanschauliche Spaltung scheint, so hat eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Studie der Universit\u00e4t Basel ergeben, die sich auf eine SRG-Umfrage st\u00fctzt, nicht zugenommen zu haben in den letzten Jahren. Die Gr\u00fcnde sind in den zahlreichen direktdemokratischen Abstimmungen \u00fcber Sachfragen zu suchen, die \u00f6ffentlich diskutiert werden und bei denen es im Ergebnis immer wieder zu lager\u00fcbergreifenden \u201eAbstimmungskoalitionen\u201c kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sie haben also die Hoffnung nicht aufgegeben?<\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte bei der Kritik der gegenw\u00e4rtigen Verh\u00e4ltnisse das Kind nicht mit dem Bade aussch\u00fctten. Solange die demokratischen bzw. direktdemokratischen Institutionen und auch die Wissenschaftsinstitutionen sowie das Bildungssystem noch einigermassen funktionieren, sehe ich keinen Grund, das Projekt der Aufkl\u00e4rung und der Selbstaufkl\u00e4rung abzuschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Um einen Dialog zu f\u00fchren, braucht es ein Forum, ein Medium, das nicht zur affektiven Polarisierung beitr\u00e4gt.&nbsp; Sie waren \u00fcber 20 Jahre lang Feuilleton-Redakteur der NZZ und haben das Feuilleton einmal als Medium der r\u00e4sonierenden \u00d6ffentlichkeit beschrieben. Ist es das noch heute?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist sozusagen ein Idealtypus gewesen, der mir bei meiner langj\u00e4hrigen Arbeit als Redakteur vorschwebte, der im Feuilleton f\u00fcr Geisteswissenschaften, Sachbuchkritik und Zeitdiagnose zust\u00e4ndig war \u2013 ein Ideal, das auf die Zeit der Aufkl\u00e4rung zur\u00fcckgeht, auf die Vorstellung eines sich selbst aufkl\u00e4renden Publikums, wie Immanuel Kant es beschrieben hat: Das Publikum ist \u201egebildet\u201c, nicht notwendig \u201egelehrt\u201c, es liest (Zeitschriften, Zeitungen, B\u00fccher), diskutiert \u00fcber Gelesenes und schreibt gegebenenfalls auch selbst. Einst nannte man das \u201eBildungsb\u00fcrgertum\u201c; ich w\u00fcrde das Anforderungsprofil ein wenig erm\u00e4ssigen und sagen: Eine erg\u00e4nzungsf\u00e4hige Halbbildung war und ist ausreichend, um zur Feuilletonleserschaft geh\u00f6ren zu k\u00f6nnen. Das wiederum bedeutet: Ein gutes Feuilleton regelm\u00e4ssig aufzuschlagen, tr\u00e4gt zur Weiterbildung bei.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>&nbsp;<\/em><strong>\u201eBeurteilen heisst eben nicht: <\/strong><strong>vorab feststehende Positionen oder Meinungen vertreten.\u201c<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Worin liegt das Besondere des Feuilletons?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besonderheit des Feuilletons als Ressort wie auch der Textsorte, die das Wort bezeichnet, liegt f\u00fcr mich in dem, was ich \u201eGeschmacksbildung\u201c nennen m\u00f6chte. Ich meine Geschmacksbildung in einem weiten Sinne, der sich nicht nur auf Theater, Musik, Literatur, Kunst bezieht. Man k\u00f6nnte ebenso sagen: Das Feuilleton dient der Kultivierung des Urteilsverm\u00f6gens oder der Urteilskraft \u2013 der reflektierenden Urteilskraft im Sinne Kants, die \u201eBesonderes\u201c <em>nicht<\/em> unter ein vorgegebenes \u201eAllgemeines\u201c (ein Prinzip, ein Gesetz) subsumiert, sondern nach Gesichtspunkten und Massst\u00e4ben der Beurteilung erst und stets aufs Neue sucht. Solche Sch\u00e4rfung der Urteilskraft geht streckenweise \u2013 nur scheinbar paradox \u2013 auch mit skeptischer Urteilsenthaltung einher. Beurteilen heisst eben nicht: vorab feststehende Positionen oder Meinungen vertreten. Derlei \u00fcberl\u00e4sst das Feuilleton anderen, den \u201emeinungsfreudigen\u201c Ressorts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Was hiesse dann aber urteilen und beurteilen?<\/p>\n\n\n\n<p>Beurteilen bedeutet erst einmal, zu differenzieren, zu facettieren, zu unterscheiden \u2013 und das heisst im Wortsinne: zu kritisieren. Das Feuilleton ist \u201eOrgan\u201c einer Kritik, die sich gegen das schematische Denken in vermeintlich ersch\u00f6pfenden Alternativen \u2013 schwarz oder weiss, nein oder ja \u2013 wendet; nicht nur in der Sph\u00e4re des \u00c4sthetischen, auch in der des Ethischen, Moralischen, Politischen, Sozialen &#8230; Die feuilletonistische Devise lautet darum: \u201eTertium datur\u201c, es gibt ein Drittes \u2013 mindestens; besser noch: eine dritte, vierte, f\u00fcnfte Perspektive, in der ein soziales Ph\u00e4nomen, ein moralisches Problem, ein Theaterst\u00fcck, ein Buch wahrgenommen werden k\u00f6nnen. Das Feuilleton kultiviert den M\u00f6glichkeitssinn. N\u00f6tig ist daf\u00fcr, neben der Neugierde, eine gewisse Unvoreingenommenheit. Hinderlich sind ideologische Scheuklappen jedweder Art. Ich meine, wir haben zu meiner Zeit im Feuilleton der NZZ versucht, in diesem Sinne zur Geschmacks- und Urteilsbildung beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Was kann Ihre Disziplin, die Philosophie, beitragen, die Perspektivenvielfalt zu f\u00f6rdern?<\/p>\n\n\n\n<p>In den angedeuteten idealtypischen Feuilletonbegriff sind ersichtlich philosophische Motive eingewoben: Aufkl\u00e4rung von Vorurteilen, Kl\u00e4rung von Begriffen, Verfl\u00fcssigung erstarrter Denkformen, Infragestellung selbstverst\u00e4ndlich erscheinender Meinungen, Reflexion und Kritik, Sch\u00e4rfung des Urteilsverm\u00f6gens \u2013 das alles geh\u00f6rt zum Kerngesch\u00e4ft der Philosophie seit ihren europ\u00e4ischen Anf\u00e4ngen in Griechenland. Und zu ihren Anf\u00e4ngen geh\u00f6rt auch die Praxis einer grossen Spannweite. In Gestalt des Sokrates ging Philosophie zwischen Marktplatz und Akademie, zwischen der Sph\u00e4re des Meinungsaustauschs und derjenigen der forschenden Wahrheitssuche, hin und her.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist, ob sie heute, da sie als universit\u00e4re Disziplin gut etabliert ist, die aus solcher <em>Spannweite<\/em> sich ergebende erkenntnisf\u00f6rderliche <em>Spannung<\/em> halten kann. Das kann sie nicht, wenn sie ignoriert, was auf dem Versammlungs- und Marktplatz (griechisch: Agora, lateinisch: Forum) geschieht, wenn sie vergisst, dass sie \u2013 zumindest auch \u2013 ihre eigene Zeit in Gedanken zu erfassen hat, wie Hegel die Aufgabe charakterisiert hat. Die Spannung aufrechtzuerhalten vermag sie aber ebenso wenig, wenn sie das tut, was Hegel der Popul\u00e4rphilosophie seiner Zeit ankreidete: Sie rede \u201eunserem gew\u00f6hnlichen Bewusstsein zu Munde, legt es als letzten Massstab an\u201c. Das gew\u00f6hnliche Bewusstsein <em>nicht<\/em> als letztg\u00fcltigen Massstab zu nehmen, bedeutet, wenn man so will: der Wahrheit die Ehre zu geben. Es bedeutet aber selbstredend nicht, dass es unphilosophisch w\u00e4re, am Alltagsbewusstsein anzukn\u00fcpfen, mit ihm in Austausch zu treten, um eine philosophische Suchbewegung zu beginnen, die von einem Wahrheitsinteresse geleitet ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Liegt darin auch eine Bildungsaufgabe?<\/p>\n\n\n\n<p> Eine wichtigere Bildungsaufgabe kann ich mir kaum vorstellen: Im Austausch von Meinungen, Ansichten, Behauptungen, Vorurteilen, Urteilen und Fragen gemeinsam und wechselseitig die Kunst der Kritik, die Kunst des differenzierenden Urteilens zu \u00fcben. Das w\u00e4re Weiterbildung f\u00fcr Fortgeschrittene \u2013 oder besser: f\u00fcr Fortschreitende.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Philosoph und Feuilletonist Uwe Justus Wenzel besch\u00e4ftigt sich mit dem Verh\u00e4ltnis von Wissenschaft und \u00d6ffentlichkeit. 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