{"id":4260,"date":"2026-06-25T10:53:05","date_gmt":"2026-06-25T08:53:05","guid":{"rendered":"https:\/\/thinktank-transit.ch\/?post_type=dialogue&#038;p=4260"},"modified":"2026-06-25T10:52:27","modified_gmt":"2026-06-25T08:52:27","slug":"demokratie-lebt-von-ausreichend-demokratischen-persoenlichkeiten","status":"publish","type":"dialogue","link":"https:\/\/thinktank-transit.ch\/de\/dialogue\/demokratie-lebt-von-ausreichend-demokratischen-persoenlichkeiten\/","title":{"rendered":"Demokratie lebt von ausreichend demokratischen Pers\u00f6nlichkeiten"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group is-style-default has-cyan-bluish-gray-background-color has-background is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"is-style-lead\">\u00dcber Marie-Luisa Frick<\/p>\n\n\n\n<p>Marie-Luisa Frick ist Professorin f\u00fcr Praktische Philosophie am Institut f\u00fcr Philosophie an der Universit\u00e4t Innsbruck. Zu ihren Forschungsschwerpunkten z\u00e4hlen die Rechtsphilosophie, Politische Philosophie und Ethik mit Fokus auf Menschenrechte und Demokratie.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sie haben in einem Vortrag einmal gemeint, Demokratie sei eigentlich eine Tollheit. Wie ist das gemeint?<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist nicht meine Perspektive, sondern diejenige vieler \u00fcber Jahrhunderte hinweg auf die Demokratie. Das heisst, man hat den Menschen lange Zeit nicht zugetraut, sich wirklich selbst zu regieren, f\u00fcr sich selbst gute L\u00f6sungen zu finden, diese untereinander auszukommunizieren und dann auch schlagkr\u00e4ftig die Entscheidungen zu treffen, die angebracht sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Zweifel an der Selbstregierungsf\u00e4higkeit der Menschen reichen bis in die Aufkl\u00e4rungszeit, aus der unsere konstitutionellen Demokratien stammen. Das heisst, auch Vordenker des Republikanismus haben nie ganz auf eine Demokratie gesetzt, in der die Menschen st\u00e4ndig \u00fcber alles mitbestimmen und entscheiden d\u00fcrfen. Vielmehr sollen Institutionen sie entlasten, vor allem repr\u00e4sentative Institutionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Global betrachtet sind diese Zweifel immer noch vorhanden. Sie \u00e4ussern sich auch in ideologischer Propaganda, wenn wir an Systeme wie etwa das chinesische oder das eines Gottesstaats denken, wo herabgeblickt wird auf diesen vermeintlichen Irrweg, der darin besteht, dass Menschen glauben, sie k\u00f6nnen sich volkssouver\u00e4n selbst regieren. Das ist f\u00fcr viele ein Affront oder eben eine Tollheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Es gibt ja auch in den repr\u00e4sentativen Demokratien durchaus Skepsis, dass dem Volk nicht zuzutrauen ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Skepsis reicht inzwischen auch hinein ins akademische Milieu, wo man in den letzten Jahren zunehmend der Auffassung war, die Menschen seien zu leicht zu verf\u00fchren und br\u00e4uchten eine st\u00e4rkere Einhegung ihrer politischen Wallungen, ihrer Emotionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu gibt es Vorschl\u00e4ge, etwa f\u00fcr ein epistokratisches Modell, in dem die Macht entsprechend dem Wissen und der Kompetenz verteilt und das Wahlrecht eingeschr\u00e4nkt ist. Ihre Bef\u00fcrworter halten es auch gegen\u00fcber der repr\u00e4sentativen Demokratie f\u00fcr \u00fcberlegen, die ohnehin schon eine abgeschw\u00e4chte Form der Demokratie ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Wo verorten sie diese Tendenzen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt politische Theoretiker wie Jason Brennan<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>, die schreiben, Demokratie sei nicht die L\u00f6sung, sie bringe Menschen vielmehr gegeneinander auf und die Ergebnisse seien schlecht. Sie pl\u00e4dieren daf\u00fcr, dass Experten und Fachleute die Dinge regeln und die \u201eeinfachen\u201c Menschen daf\u00fcr in Ruhe ihrem Leben nachgehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">K\u00f6nnen uns Experten tats\u00e4chlich alle Entscheidungen abnehmen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt nat\u00fcrlich auch die wichtige Gegenposition, die darauf hinweist, dass viele politische Fragen eben nicht rein fachlich zu l\u00f6sen sind. Es geht oft vielmehr um Werte, um Normen, um Abw\u00e4gungen, um grosse Entscheidungsfragen also, die uns auch Experten nicht abnehmen k\u00f6nnen und die wir meines Erachtens auch nicht v\u00f6llig delegieren sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Demokratie, sogar direkte Demokratie, kann durchaus auch etwas Selbstverst\u00e4ndliches sein. K\u00f6nnte das etwas mit einem gesellschaftlichen Selbstbewusstsein zu tun haben, vielleicht auch mit einer Art historischen Erfahrung?<\/p>\n\n\n\n<p>Absolut. Viele wollen oder k\u00f6nnen gar nicht in Abrede stellen, dass es die Schweiz grunds\u00e4tzlich sehr gut hinbekommt. In Volksabstimmungen l\u00e4sst man sich auch nicht immer zur angenehmsten L\u00f6sung hinreissen, sondern entscheidet durchaus verantwortungsbewusst. Aber dann h\u00f6rt man oft, ja, das ist halt die Schweiz, die als die Ausnahme gesehen wird mit Voraussetzungen, die f\u00fcr andere nicht gelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Was macht denn die Schweiz zur Ausnahme?<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann schon fragen, was die Schweiz dazu bef\u00e4higt hat, so zu werden, und was uns mittellangfristig vielleicht auch in eine Richtung tragen, k\u00f6nnte unsere Demokratie auszubauen, anstatt sie zur\u00fcckzufahren aus Angst vor den Menschen. Letztlich sehen wir: Es kann gut, ja sogar besser funktionieren, auch was die Zufriedenheit mit dem politischen System angeht.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr viele repr\u00e4sentative Demokratien wird das in den n\u00e4chsten Jahren zu einer dr\u00e4ngenden Frage werden: Wie sie sich in den Augen der Bev\u00f6lkerungsmehrheiten akzeptabel erh\u00e4lt, wie man dieses System auf Dauer den jungen Menschen als attraktives Modell vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Wenn auf das Beispiel der Schweiz verwiesen wird, wird oft gesagt, das System funktioniere bloss aufgrund der \u00fcberschaubaren Gr\u00f6sse des Landes. Ist das ein legitimes Argument?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich halte die Gr\u00f6sse nicht f\u00fcr entscheidend, sondern das Ein\u00fcben von Verfahren. Dieses lange kulturelle Ein\u00fcben ist es aber auch, was eine Umsetzung des Schweizer Modells etwa im etwa gleich grossen \u00d6sterreichs nicht sofort erlaubt. Man m\u00fcsste hier mit kleinen Schritten beginnen, um Menschen auch an ihre gr\u00f6ssere Mitbestimmungsfreiheit zu gew\u00f6hnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Gew\u00f6hnlich spricht man von Mitbestimmungsrecht oder -pflicht. Sollte man vielleicht tats\u00e4chlich die Freiheit st\u00e4rker betonen?<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstgesetzgebung ist ihrem Wesen nach Freiheit: die Mitglieder eines politischen Gemeinwesens entscheiden mehrheitlich, nicht eine auserw\u00e4hlte Gruppe oder W\u00e4chter einer unantastbaren g\u00f6ttlichen oder \u201enat\u00fcrlichen\u201c Ordnung. Dass diese Entscheidungen aber auch die Freiheit der Minderheiten einschr\u00e4nken k\u00f6nnen, r\u00fcckt wiederum den zweiten Pfeiler der Demokratie in den Blick: die Gleichheit. Auch demokratische Minderheiten m\u00fcssen dieselben Rechte haben, um maximale demokratische Freiheit sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Auseinandersetzung ist f\u00fcr eine Demokratie wesentlich. Die Art d\u00fcrfte aber entscheidend sein. In ihrem Buch \u00abZivilisiert streiten<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a>\u00bb f\u00fchren Sie das Begriffspaar \u00abGegnerschaft\u00bb und \u00abFeindschaft\u00bb ein. Inwiefern hilft es uns, demokratische Auseinandersetzung besser zu verstehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe dieses Begriffspaar von Chantal Muff \u00fcbernommen. Sie wiederum hat es von Carl Schmitt und anderen. Es bringt etwas auf den Punkt, was eine Balance darstellt: Einerseits soll der Streit, der Konflikt nicht vermieden werden. Andererseits brauchen wir Wege, Konflikte so auszutragen und zu gestalten, dass sie das Gemeinwesen nicht v\u00f6llig zerr\u00fctten. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist viel von Diversit\u00e4t die Rede. Diversit\u00e4t ist Pluralit\u00e4t plus Freiheit. In diversen Gesellschaften kommt eine Vielzahl an unterschiedlichen Lebensformen und Ansichten vor. Solche Gesellschaften k\u00f6nnen den Konflikt gar nicht vermeiden. Dabei kann man auch mal hart in der Sache sein, ja gar polarisieren. Aber im Grunde muss man sich, und das ist f\u00fcr Demokraten eine ethische Aufgabe, auch klarmachen, dass man einander nicht als Feind sehen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet, dass man andere nicht v\u00f6llig hinaus katapultiert aus dem gemeinsamen Raum, dass man auf Herabsetzungen verzichtet. Dass man andere nicht vernichten will, weder symbolisch noch physisch, ist aber, f\u00fcrchte ich, nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Die Rhetorik, den Gegner klein zu machen, sozusagen zu entmenschlichen und ihn, wie sie sagen, aus dem gemeinsamen Raum hinauszukatapultieren, hat zugenommen. Woran liegt das?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist es dadurch zu erkl\u00e4ren, dass in den letzten Jahren eine Reihe grosser Themen verhandelt wurde. Viele Menschen hatten oder haben das Gef\u00fchl, es gehe um alles, um Gedeih und Verderben und nicht zuletzt um die eigene Lebensform. Diese wird infrage gestellt, oder man glaubt, sie werde von anderen angegriffen, sei es durch Migration, die Folgen einer Pandemie oder die Wirtschaftskrise. Da geht es oft nicht mehr um einfach verhandelbare alltagspolitische Themen. F\u00fcr viele Menschen ist das, was aus ihrer Sicht zur Disposition steht, letztlich unverhandelbar. Das senkt die Kompromissf\u00e4higkeit und die Bereitschaft, im Gespr\u00e4ch zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Gibt es denn so eine Art Kipppunkt, bei dem Gegnerschaft zu Feindschaft wird?<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Theoretiker gehen davon aus, dass Demokratie allm\u00e4hlich erodiert. Es ist ein schleichender Prozess, bei dem man sich schliesslich im Modus der Feindschaft begegnet. Das w\u00fcrde ich grunds\u00e4tzlich auch so sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Kipppunkt ist jedoch \u00fcberschritten, wenn politische Gruppierungen auch milit\u00e4rische oder paramilit\u00e4rische Optionen nicht mehr ausschliessen, wo man sich auf den Vernichtungskampf des Feindes einstellt. Das hatten wir in der Geschichte immer wieder, denken wir an die fr\u00fchen Zeiten der ersten Republik in \u00d6sterreich beziehungsweise an die Weimarer Republik. Das ist f\u00fcr uns heute sehr weit weg und wir sind in \u00d6sterreich, aber auch in Deutschland und in der Schweiz meiner Einsch\u00e4tzung nach nicht an einem solchen Kipppunkt angelangt. Zugleich ist es nicht mehr v\u00f6llig unvorstellbar, dass sich extremistische Str\u00f6mungen in dieser Form subkutan radikalisieren und eigentlich nur auf ihren Moment warten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Das heisst, wenn man die Symptome wahrnimmt, ist man schon \u00fcber den Kipppunkt hinaus. Aber dann ist es ja eigentlich zu sp\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits rechtzeitig zu reagieren, auch mit staatlicher Zwangsgewalt, und das Gewaltmonopol zu sichern, andererseits nicht vorschnell gewisse dissidentische, oppositionelle Bewegungen aus dem demokratischen Spielfeld zu verbannen, das ist eine sehr schwierige Aufgabe. Wir sehen das anhand der Diskussion \u00fcber ein Verbot der AFD in Deutschland. Es gibt sowohl gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr wie auch gewichtige Gr\u00fcnde dagegen. Das bedeutet, man muss diese Debatte wirklich umsichtig und ohne politischen Opportunismus f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Hat das auch ein bisschen damit zu tun, dass es eine Verschiebung gibt von rationalen hin zu eher moralisch aufgeladenen Argumenten?<\/p>\n\n\n\n<p>Politik hat immer auch mit Moral zu tun. Es geht nicht nur um Verfahren und Institutionen oder die Rechtsordnung als solche, sondern um die Ideen eines guten gemeinsamen Lebens. Und diese Ideen stellen sich in einer offenen Gesellschaft eben heterogen dar. Wir haben \u2013 zum Gl\u00fcck \u2013 nicht alle die gleiche Vorstellung davon, wie dieses gute gemeinsame Leben vonstatten gehen sollte. Umso wichtiger ist es, dar\u00fcber in einem konstruktiven Gespr\u00e4ch zu bleiben, gerade weil wir dar\u00fcber als einzelne in einer Demokratie nicht entscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">\u00dcber Wertvorstellungen in einer Art zu diskutieren, dass es nicht eskaliert, ist die Kunst. Wie kann sie gef\u00f6rdert werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist tats\u00e4chlich eine grosse Kunst. Menschen in einer unfreien Gesellschaft, in der eine Elite, eine Partei oder ein F\u00fchrer f\u00fcr sie entscheidet, k\u00f6nnen sich vielleicht gemeinsam dar\u00fcber \u00e4rgern, dass sie schlecht regiert werden. Aber sie k\u00f6nnen nicht viel tun, ausser sich um ihren Alltag zu k\u00fcmmern. Demokratien stellen weit h\u00f6here Anforderungen. Als B\u00fcrger sollten wir uns up-to-date halten. Wir sollten Verh\u00e4ltnisse, die uns problematisch erscheinen, ansprechen. Wir sollten mit anderen dar\u00fcber sprechen und versuchen, Meinungen zu \u00e4ndern oder zu stabilisieren, je nachdem, welche Meinungen uns richtig oder falsch vorkommen. Demokratien setzen engagierte B\u00fcrger voraus. Zumindest ein Grossteil der demokratischen B\u00fcrgerschaft sollte in diese Rubrik fallen, ansonsten ist eine Demokratie nicht lebendig. Um geistig oder auch im Handeln engagiert zu sein, muss man eine Reihe von Kompetenzen mitbringen. Eine, die wesentlich dazu geh\u00f6rt, ist eine gewisse Empathie f\u00fcr andere und ihre Wertvorstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Werte sind nichts, was man einfach so erlernt oder \u00fcbernimmt oder abschaut, sondern sie sind biografisch gepr\u00e4gt, sie sind sozialisiert, sie haben eine Vorgeschichte, oft eine sehr lange, auch intergenerationale Geschichte. Man kann Menschen deshalb nicht einfach im Schnellverfahren ummodeln, obwohl das oft erwartet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Empathie ist ein wichtiges Stichwort. Ein Elon Musk sagt, Empathie werde \u00fcbersch\u00e4tzt. Ist das symptomatisch f\u00fcr eine antidemokratische Haltung?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, in der Clique solcher \u201e\u00dcber-M\u00e4nner&#8220; und ihrem techno-aristokratischen Weltbild ist Empathie ein Zeichen von Schw\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Gleichzeitig verl\u00e4sst die politische Radikalisierung bewusst das Feld der Vernunft. Wie kann denn \u00fcberhaupt noch diskutiert werden, wenn Vernunft aussen vor bleibt?<\/p>\n\n\n\n<p>Vernunft ist nicht der alleinige Massstab, obwohl nat\u00fcrlich unsere Demokratien auf Vernunftgr\u00fcnden aufbauen. Sie bieten auch Spielraum f\u00fcr irrationale oder auch emotive Zug\u00e4nge, konkret im Wahlakt, der geheim und ohne \u00f6ffentliche Begr\u00fcndung erfolgen darf. Die Demokratie braucht das. Ich glaube aber, es ist wichtig zu verstehen, welche Arten von Irrationalismen einer Demokratie gef\u00e4hrlich werden. Wenn man etwa in eine Tunnelversion der Feindschaft ger\u00e4t und genau weiss, wer immer schon allein an allem schuld ist, so sind das bedenkliche mentale Regressionen, die der Demokratien tats\u00e4chlich grossen Schaden zuf\u00fcgen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Die Schuldzuweisung geh\u00f6rt ganz wesentlich ins Repertoire der Scharfmacher. Und sie richtet sich gew\u00f6hnlich gegen Minderheiten. Der Minderheitenschutz ist aber auch ein Pfeiler der Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p>Minderheiten, demokratische Minderheiten, sind grunds\u00e4tzlich genauso wichtig wie Mehrheiten und haben gleiche Rechte. Das ist eine zentrale demokratische Grundregel, die man wirklich auch leben muss. Und der Schutz der Minderheiten schliesst ebenfalls gewisse Irrationalismen ein. Denn nicht alles, was einem unvern\u00fcnftig vorkommt, ist schon ein Problem f\u00fcr die Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben demokratischen Minderheiten gibt es auch ethnische, religi\u00f6se, kulturelle Minderheiten. Oft sind diese von pauschalen Schuldzuweisungen betroffen. In Form von politischen Ressentiments k\u00f6nnen solche pauschalen Schuldzuweisungen aber grunds\u00e4tzlich jede Gruppe treffen, je nachdem, auf wen sich der aus einer Opferhaltung heraus ergiessende Zorn richtet: Man sieht sich als das ultimative Opfer, und an allen schlechten Zust\u00e4nden, die man nicht \u00e4ndern kann, sind andere schuld, und zwar maximal. Sie sind so sehr schuldig, dass man sich an ihnen r\u00e4chen muss, sie entmachten, entfernen, vernichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind uralte Mechanismen, die in neuen Gew\u00e4ndern immer wiederkehren. Man muss sie durchschauen. Wichtig dabei ist, diese S\u00fcndenbock-Dynamiken nicht verwechseln mit konkreter sachlicher Kritik an Institutionen, an Personen oder auch bestimmten Gruppen, die es in einer Demokratie immer gibt und geben darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Der Minderheitenschutz ist in den letzten Jahren erstarkt. Aber Politiker wie beispielsweise Orban in Ungarn haben bewusst gegen Minderheiten Stimmung gemacht. Erleben wir hier eine Gegenreaktion?<\/p>\n\n\n\n<p>Verschiedene Gruppen reklamieren gewisse Rechte und R\u00fccksichtnahme, mit der Begr\u00fcndung, dass sie aufgrund ihrer Wesensart verwundbar sind. Das sind berechtigte Anliegen. Eine manchmal aus den Augen verlorene Frage scheint mir, mit welchen Methoden diese Anliegen auch f\u00fcr eine breitere Bev\u00f6lkerung verst\u00e4ndlich und akzeptabel gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kommt in der demokratischen Gesellschaft darauf an, sich auch im Sinne von Kompromissen anderen und ihren Vorstellungen gegen\u00fcber akzeptabel zu machen. Eine solche Aussage ist freilich f\u00fcr viele eine Provokation, weil sie argumentieren, dass es in gewissen Fragen keine Kompromisse geben kann, etwa bez\u00fcglich der eigenen Identit\u00e4t. Aber vieles, das man f\u00fcr sich als selbstverst\u00e4ndlich erachtet, ist f\u00fcr andere eine Zumutung. Wenn man eine Vorstellung von Familie hat, die vom traditionellen Bild abweicht, und diese als gleichberechtigt etablieren m\u00f6chte, kann man das nicht ohne gewisse Empathie gegen\u00fcber denen tun, die vielleicht noch nicht so weit sind. Wenn man diese Personen politisch-moralisch diffamiert, werden sie sich in ihrer Gegenposition verh\u00e4rten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sie sagen also, dass sich gewisse Gruppen auch etwas zur\u00fccknehmen m\u00fcssen in ihren Forderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wir uns anderen zeigen, bestimmt mit, wie unsere Anliegen von anderen aufgenommen werden. Zum Teil liegt es daher auch in unserer Hand, inwiefern man uns als Feindbilder delegitimieren oder karikieren kann. In einer diversen Gesellschaft muss man mit Widerst\u00e4nden rechnen und von den wenigen konsensf\u00e4higen Punkten aus, wie der Verurteilung von roher Gewalt, auf seine Ziele hinarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Obwohl wir in diversen Gesellschaften leben, gibt es Tendenzen zu Ghettoisierung beziehungsweise r\u00e4umlicher Homogenisierung, wodurch wiederum Konflikte entstehen. Hat die Politik, wenn sie dies zul\u00e4sst, versagt?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke nicht, dass die Politik versagt hat. Jede offene Gesellschaft wird auch von Parallelgesellschaften gepr\u00e4gt sein, von Untergruppen und Subkulturen. Das ist an sich nicht problematisch. Problematisch wird es dort, wo diese Gruppen sich als Feinde sehen und nicht mehr in Gespr\u00e4che eintreten. Wir k\u00f6nnen \u00fcber dieses Thema aber nicht sprechen, ohne auch die sozialen Medien anzusprechen, die pr\u00e4destiniert sind, solche Gruppenbildungen zu versch\u00e4rfen. Gewisse technologische Rahmungen bef\u00f6rdern Tendenzen, die in der menschlichen Natur angelegt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Bevor wir \u00fcber die Rolle der Medien sprechen, noch eine Frage zu den Fakten. Schuldzuweisungen liessen sich oft durch Fakten entkr\u00e4ften. Sie werden jedoch ignoriert. Warum setzen sie sich nicht durch?<\/p>\n\n\n\n<p>Weil Fakten nicht f\u00fcr sich selbst sprechen, sondern immer nur in einem gewissen Kontext Verbindlichkeit entfalten k\u00f6nnen. Das h\u00e4ngt davon ab, wer f\u00fcr sie b\u00fcrgt, wer die epistemische Autorit\u00e4t ist, die diese Fakten liefert. Seit der Pandemie \u2013 vielleicht aber sogar schon fr\u00fcher \u2013 herrscht in Teilen der Gesellschaft ein beachtliches Misstrauen gegen\u00fcber Experten. Das mag viele Gr\u00fcnden habe, ist aber f\u00fcr eine technologisch so fortgeschrittene Gesellschaft wie die unsrige auf lange Sicht verheerend. F\u00fcr Probleme, f\u00fcr die es eben keine einfachen L\u00f6sungen gibt, sind Fakten erst dann relevant, wenn auch das Vertrauen gegen\u00fcber den Fachleuten besteht, die sie vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">W\u00e4hrend der Pandemie hat dieses Vertrauen auch gelitten, weil Fachleute Aussagen immer wieder revidiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu verstehen, dass Wissenschaft vorl\u00e4ufiges Wissen produziert, das revidierbar und auch kritisierbar ist, ist ein wichtiger Schritt. &nbsp;Dieser sollte auch davor sch\u00fctzen, dass man \u00c4usserungen \u201eder Wissenschaft\u201c f\u00fcr Gesetz h\u00e4lt und diese unmittelbar politisch wirksam machen m\u00f6chte. Es ist f\u00fcr beide Seiten dieser Konstellation wichtig zu verstehen, dass Wissenschaft keine politische Handlungsanleitung liefert, sondern politische Diskussion vorbereiten und informieren kann. Darin liegt ihr unvergleichlicher Wert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Bei vielen scheint das Vertrauen endg\u00fcltig verloren zu sein. Wie soll man damit umgehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es gilt zu verhindern, dass diese Personen Nachahmer oder Sympathien in gr\u00f6sseren Kreisen finden, dass die Ansteckung, wenn man so sagen will, gebremst wird. Vor allem junge Leute sollten so sozialisiert werden, dass sie ein kritisches Wissenschaftsbild haben, dass sie eben nicht alles glauben, was irgendwo in einer Studie steht, aber auch lernen, wie wissenschaftliche Kritiksysteme selbst funktionieren und weshalb man wissenschaftlichen Ergebnissen in der Regel genau deshalb vertrauen kann, weil die Wissenschaft intern kritisch arbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort hinzuschauen, wo diese interne Kritik nicht mehr stattfindet oder nicht mehr im geforderten Masse, sollte man ebenfalls tun d\u00fcrfen, ohne als Wissenschaftsgegner diffamiert zu werden. Es sind also auch hier offene Debatten dar\u00fcber n\u00f6tig, was gut l\u00e4uft und was vielleicht nicht gut genug l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Handelt es sich da um eine Bringschuld der Wissenschaft?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde nicht sagen, es handelt sich nur um eine Bringschuld der Wissenschaften. In Europa hat sich extrem viel getan im Sinne von Weiterbildungsangeboten und Einblicke in den Wissenschaftsbetrieb, auch dank des Internets. Die Arbeit im \u201eElfenbeinturm\u201c gibt es so nicht mehr. Man muss sich aber auch daf\u00fcr interessieren, wie verschiedene Disziplinen zu ihren Ergebnissen kommen und was wo erforscht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Wir haben vorhin von den Krisen gesprochen. Diese scheinen \u00fcberhandzunehmen. Wenn der Kuchen kleiner wird, steigt der Egoismus. Ist Demokratie nur eine Sch\u00f6nwetterveranstaltung?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe nicht. Aber es gibt empirische Daten, die genau das unterstreichen. Wir k\u00f6nnen uns moralische Grossz\u00fcgigkeit am ehesten leisten, wenn sie uns nicht mit Folgen bedroht, die f\u00fcr uns nachteilig sind, wenn das eigene Lebensmodell auf dem Spiel steht. Gesellschaftlich wird es darauf ankommen, die psycho-sozialen Tendenzen zu bearbeiten, die Menschen in diese starken In-group-\/Out-group Dynamiken hineindr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Die Geschichte zeigt, dass auch Demokratien unter Umst\u00e4nden solchen Tendenzen nachgeben. Denken wir an die Schweiz im Zweiten Weltkrieg und die Grenzschliessung f\u00fcr j\u00fcdische Fl\u00fcchtlinge. M\u00fcssen Demokratien, um zu \u00fcberleben, in Extremsituationen, den Minderheitenschutz einschr\u00e4nken?<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine ganz schwierige Frage. Gerade in repr\u00e4sentativen Demokratien, wo viele Menschen ohnehin den Verdacht hegen, es werde \u201eda oben\u201c nicht in ihrem Interesse entschieden, sondern eine politische Elite habe das Heft in der Hand, kann man gewisse \u201eWir zuerst\u201c-Stimmungen nicht auf Dauer ignorieren. Demokratie ist eine Regierungsform, die sich nicht gegen die Bev\u00f6lkerung am Leben erhalten l\u00e4sst, sondern nur mit ihrer Zustimmung und ihrer \u00dcberzeugung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann das bedauern oder auch umgekehrt einen gewissen Stolz daraus ziehen, in einer Demokratie zu leben, in der es eben darauf ankommt, dass die Menschen dahinterstehen. Ich denke, dass es vielen oft nicht klar genug ist, welches Gl\u00fcck sie eigentlich haben in einer freien, demokratischen Gesellschaft zu leben. Und vielleicht hilft diese Dankbarkeit auch, im Ernstfall etwas altruistischer zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sie haben auf die Rolle der Medien verwiesen, insbesondere der sozialen Medien. Radikalisierung ist aber kein neues Ph\u00e4nomen. Greift die Medienkritik nicht ein bisschen zu kurz?<\/p>\n\n\n\n<p>Schuldfragen sind immer komplex. Zudem w\u00fcrde ich lieber von Verantwortung sprechen. Verantwortung tragen wir zun\u00e4chst selbst, indem wir beherzigen sollten, was die Moralpsychologie in evolution\u00e4rer Hinsicht \u00fcber den Menschen sagt. Das sind nicht sehr schmeichelhafte Dinge. N\u00e4mlich, dass wir unter bestimmten Umst\u00e4nden sehr leicht in tribalistisches Gruppendenken verfallen und andere ausgrenzen. Wir denken bereits mit gewissen Intentionen und handeln, wie gesagt, nicht immer vern\u00fcnftig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verantwortung liegt aber auch bei den Ingenieuren dieser medialen Plattformen, die unter der Direktive ihrer Herren das Ziel verfolgen, Profit zu machen. Beim Bem\u00fchen, die User m\u00f6glichst lange auf einer Plattform zu binden, braucht es auch Grenzen, etwa aufgrund des Jugendschutzes oder bei der Verbreitung extremer Inhalte. Verantwortung liegt auch im Bereich der Medienbildung, die hier viel beitragen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Sie sprechen von den Herren der Plattformen. Wir meinen da Elon Musk, Mark Zuckerberg, aber auch Personen wie Peter Thiel. Diese zeichnen sich nicht durch eine demokratische Gesinnung aus. Spielt sich hier vor unseren Augen ein Konflikt zwischen Hightech-Firmen und Grosskapital einerseits, demokratischen Institutionen andererseits ab?<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gl\u00fcck geh\u00f6ren diesen von ihnen genannten M\u00e4nnern nicht alle sozialen Plattformen und nicht die ganze mediale Infrastruktur. Aber es ist schon schlimm genug. Es ist ein Grundsatzproblem, wie wir als Gesellschaft damit umgehen, dass gewisse Infrastrukturen unserer modernen Gesellschaften nicht \u00f6ffentlich-rechtlich bereitgestellt wird, sondern von Privaten. Es h\u00e4ngt dann letztlich vom Zufall ab, ob diese Privatpersonen so oder so gesinnt sind, ob demokratisch oder mehr oder weniger antidemokratisch. Ein grunds\u00e4tzliches Problem besteht darin, dass grosse Verm\u00f6gen, wenn sie politisch direkt oder auch indirekt wirksam werden, das Grundprinzip der Demokratie aushebeln k\u00f6nnen, n\u00e4mlich dass jede Stimme gleich viel z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Wo, denken Sie, stehen unsere Demokratien in f\u00fcnf Jahren?<\/p>\n\n\n\n<p>Wissen kann ich es nicht, aber ich sehe die Schweiz auf einem eher stabilen Kurs. F\u00fcr sie wird sich die Frage stellen, inwiefern sie sich weiter mit der Europ\u00e4ischen Union kurzschliesst oder doch ihre eigenen Wege gehen will. F\u00fcr \u00d6sterreich stellt sich die Frage, wie sich das Land wirtschaftlich wieder konsolidiert. F\u00fcr Deutschland steht die Frage ganz oben, wie man mit der AFD umgeht. Ich denke, das ist wirklich eine Schicksalsfrage mit grossen Konsequenzen und vielleicht auch dramatischen Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Die Verantwortung der Bildung haben Sie bereits hervorgehoben. Aber was muss man eigentlich lernen, damit man Demokratie kann?<\/p>\n\n\n\n<p>Da gibt es eine ganze Reihe von Curricula, die unter dem Begriff Demokratiebildung vorgeschlagen werden. Aber es geht tats\u00e4chlich auch darum, wie man mit anderen spricht, wie man anderen gut zuh\u00f6rt, wie man sich als Teil eines gr\u00f6sseren Gemeinwesens versteht, in dem jedes Individuum z\u00e4hlt, in dem aber keiner allein den Ton angeben kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Man k\u00f6nnte also sagen: Es geht darum, Gegnerschaft zu lernen und Feindschaft zu meiden. Wie lernt man Gegnerschaft, wie vermeidet man Feindschaft?<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht letztlich auch um Pers\u00f6nlichkeitsbildung. Die Demokratie lebt von ausreichend demokratischen Pers\u00f6nlichkeiten. Es kann nicht jeder perfekt sein und muss es auch nicht. Aber wenn zu wenige Menschen sichtbar sind \u2013 auch als Vorbilder \u2013, die eine demokratische Pers\u00f6nlichkeit ann\u00e4herungsweise darstellen, wird es schwierig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-lead\">Pers\u00f6nlichkeitsbildung ist ein grosses Thema in der Erwachsenenbildung. K\u00f6nnte es n\u00fctzlich sein, wenn auch Bildungsverantwortlichen sich, sagen wir mal etwas vollmundig, ihrer demokratief\u00f6rdernden Aufgabe st\u00e4rker bewusst werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes Weiterbildungsformat mit Gruppen oder einzelnen Personen stellt einen Mehrwert dar, wenn es Personen best\u00e4rkt, sie empowert. Weiterbildungen erm\u00f6glichen Menschen etwas Neues auszuprobieren, und es hat demokratischen Mehrwert, wenn sie sich im Rahmen der Weiterbildung mitteilen und offenbaren k\u00f6nnen, ohne gleich Widerspruch in respektloser Art zu ernten. Die Erfahrung, wertsch\u00e4tzend aufgenommen zu werden, macht Entwicklung erst m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Der US-amerikanische Politologe Jason Brennan spricht sich in seinem Buch \u201eGegen Demokratie\u201c f\u00fcr verschiedene, selektive Modelle von Wahlrecht und Machtverteilung aus. Jason Brennan. Gegen Demokratie. \u201eWarum wir die Politik nicht den Unvern\u00fcnftigen \u00fcberlassen d\u00fcrfen\u201c. Ullstein Verlag. 2017.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-default\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Marie-Luisa Frick. Zivilisiert streiten. Zur Ethik der politischen Gegnerschaft. Reclam. 2017.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geht letztlich auch um Pers\u00f6nlichkeitsbildung. 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